Freitag, 25. März 2011

hier und da

momentan in belgrad, um im zuge des ansichtssache filmprojekt, mit regisseur am eigenen kurzfilmdrehbuch zu arbeiten.

außerdem erschien die neue ausgabe des um[laut] magazins mit ein paar gedichten von mir, hier zu beziehen, die ersten paar seiten kann man auch online durchblättern.

auch druckfrisch ist die neue ausgabe der tippgemeinschaft, der jahresanthologie der studierenden des literaturinstituts leipzig, auch darin mit ein paar gedichten vertreten.

ganz neu ist auch die zweite ausgabe von karawa.net, diesmal zum thema rubik's cube. auch dort bin ich mit einem gedicht dabei.

Donnerstag, 20. Januar 2011

lesung. berlin. die zweite.

am montag gleich noch einmal in berlin, zusammen mit philipp günzel und jan skudlarek im schatzi neuberg, die lesereihe kreuzwort. die ankündigung gibt's hier.

Dienstag, 11. Januar 2011

eigentlichkeiten

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sozusagen nebenher: eigentlichkeiten.tumblr.com: eigentlichkeiten meint den vorgang von bildhaftigkeiten. eigentlichkeiten zielt, im sinne der aufklärung, deren praxis die kritik ist, ausnahmsweise nicht aufs eigene überflüssigwerden, sondern möchte der rastlosigkeit der selbstzerstörung die größte unverschämtheit überhaupt entgegenhalten: eigentliches.

Sonntag, 9. Januar 2011

lesung. berlin.

randnummer

freitag, den 14. januar, erscheint die neuste ausgabe der randnummer. anlässlich dessen lesen richard duraj, nicolai kobus, hendrik jackson und ich um 19.30 im lettretage. veranstaltungsankündigung gibts auf facebook.

Mittwoch, 20. Oktober 2010

schöne neue welt (1)

im schönen & gemütlichen deutschland gibt es einen wunderbaren spiegel der verhältnisse, der sich glücklicherweise auch gleich so nennt. und der schlägt gerne mit voller wucht zu:

Netanjahu knüpft Baustopp an harte Bedingung

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat der palästinensischen Führung einen neuen Baustopp im Westjordanland angeboten - falls sie im Gegenzug Israel als jüdischen Staat anerkennt. Die Palästinenser lehnten den Vorschlag ab.


soso. und dann steht da noch:

Im Westjordanland leben etwa 300.000 jüdische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen das Gebiet für sich. Sie werten jede Fortsetzung des israelischen Siedlungsbaus als Indiz dafür, dass Israel nicht ernsthaft an einem Kompromiss interessiert ist.

ob die anerkennung des existenzrechts der anderen wirklich eine harte bedingung ist und ob jemand, der sich nichts sehnlicher wünscht als die vernichtung des anderen, ernsthaft an einem kompromiss interessiert ist, darüber sollten manche wohl noch einmal ausgiebig reflektieren.


auch aus dem beschaulichen frankreich gibt es etwas zu berichten:

Am Donnerstag sollte die 58jährige Catherine Pederzoli im staatlichen Lycée Henri-Loritz normalerweise den Geschichtsunterricht mit ihren neuen Klassen beginnen. Zwei Tage vor Schulanfang erhielt sie jedoch vom Rektorat einen Brief, der sie nachhaltig schockiert hat. Aufgrund eines Berichts von zwei Inspektoren wird ihr vorgeworfen, sie habe ihre Schüler "instrumentalisiert" und "indoktriniert". Anlaß der schweren Vorwürfe sind die Reisen nach Auschwitz, die Pederzoli jedes Jahr im Rahmen des Unterrichts organisiert hat. Die beiden Inspektoren scheinen darin den Beweis für einen religiösen Übereifer zu sehen, der ... in Widerspruch zur weltlichen Neutralität und zur strikten Trennung von Staat und Religion steht. Das kommt nach Meinung der Inspektoren schon im Vokabular zum Ausdruck: Vierzehnmal, so führen sie an, habe die Lehrerin im Gespräch das "hebräische Wort ›Schoah‹" verwendet und "nur zweimal den neutraleren und juristisch adäquateren Begriff ›Genozid‹". "Würden solche Vorwürfe erhoben, wenn meine Klientin nicht jüdischer Konfession wäre?", fragt die Anwältin der Lehrerin. Peinlich ist das Ganze dem Erziehungsminister Luc Chatel, der beschwichtigen wollte, den Suspendierungsentscheid aber nicht zurücknahm. Dieser sei ja keine Strafe, sondern nur provisorisch und zudem zum Schutz der Betroffenen gedacht, die sich nun dazu äußern könne. via

Montag, 4. Oktober 2010

dancing auschwitz

"if someone would tell me here, then, that i would come sixty something three years later with my grandchildren, so i'd say: what you talking about? what you talking about? so here you are. this is really a historial moment."

janet korman hat ein video gemacht. ein video von ihrem vater adam kohn der nach auschwitz zurückgekehrt ist - um mit seinen enkeln und enkelinnen zu tanzen, zu i will survive.
eine zu tränen anrührende zusage an das leben und die freude, zu sehen hier.
ein gespräch mit der künstlerin, über die entstehung und die reflektion des films, führte die jungle world.

...

tobias amslinger, norbert lange & léonce w. lupette haben vor kurzem karawa.net ins leben gerufen, die erste ausgabe dreht sich um hugo ball, zu sehen und hauptsächlich zu hören dort auch eine aufnahme von einer kleinen performance zu hugo balls krippenspiel.

außerdem vor einiger zeit im freitag erschienen: jörn dege, es muss funkkontakt bestehen, über dichtung und dichter in leipzig, dabei auch mit einem gedicht vertreten:

Montag, 28. Juni 2010

im osten geht die sonne auf

imosten
leipzig, moritz-hof.
(rechts hinten: der mond. in den gebäuden leben vornehmlich menschen, vermutlich auch haustiere. ganz links im bild: ein sehr großer baum)

begrifflichkeit des menschen

die substanz des bestehenden ist in erster linie substanz. jedwede substanz ist bekanntermaßen formbar, nur der aufwand variiert. die selbstverständlichkeit einer historischen dynamik (oder nichtdynamik, jedenfalls verschiebung) scheint abhandengekommen - oder: nie dagewesen sondern nur im nachhinein als solche begriffen worden sein. geht man von einem konkreten eingreifen in die welt ein, dann ist der mensch substanz. eine außergewöhnliche substanz, weil von zweierlei möglichkeiten: die, geformt zu werden; und die, sich selbst zu formen.
die eigentümlichkeit der welt als schlichtweg existierendes ding erzeugt wiederum die eigentümlichkeit des menschen, die da wäre erstens: dass er ein antizipierend reflektierendes wesen ist, weswegen er zweitens: das sein hinterfragen muss, woraus sich drittens ergibt: die kritik am bestehenden.


a. camus, in seinen tagebüchern, september '39

"Es ist bestürzend zu sehen, wie leicht bei gewissen Menschen die Würde zusammenbricht. Bei näherem Nachdenken ist das nicht überraschend, wird doch in ihnen diese Ehre einzig durch die unablässige Vergewaltigung ihrer eigenen Natur aufrechterhalten."

jeglicher emanzipatorische prozess, in der historie des menschen, war zivilisation, war die überwindung der eigenen natur.

Sonntag, 27. Juni 2010

hausach, hauptstraße.

Hausach

begrifflichkeit der aktualität

als notwendige konsequenz ist zu begreifen: DIE HISTORIE DES MENSCHEN IST EINE GEGENWART DES IRRTUMS. daraus ergibt sich erstens: veränderung als verpflichtung; zweitens: der begriff von objektivität, also einer immanenten wirklichkeit, ist hinfällig, folglich ist nur die reine existenz als tatsache zu begreifen; drittens: jeglicher zustand ist jederzeit anzuzweifeln; und viertens: der begriff der zivilisation ist deswegen anzuzweifeln, weil der mensch sich selbst stets als zivilisiert begreift, also als vollendung der geschichte, als endpunkt der jahrtausende, als fortzusetzende kontinuität und nicht als wesen im prozess. hieraus ist zu schließen: ein jeder mensch muss sich und jedwede bedingung kontinuierlich in frage stellen. aktualität ist bedingung, nicht möglichkeit. möglichkeit ist die emanzipation. emanzipation ist zweifel. deswegen herrscht der irrtum, weil das anzweifeln der aktualität stets bedeutet sich selbst anzuzweifeln. und wer tut das schon gerne?



a. camus, in seinen tagebüchern, november '44:

"Sinnlosigkeit des Opfers: der Mann, der für etwas stirbt, was er nicht erleben wird."

die schwierigkeit, ohne den glauben an einen höheren zweck, also ohne eine begrifflichkeit von sinn, das richtige zu tun.

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