die substanz des bestehenden ist in erster linie substanz. jedwede substanz ist bekanntermaßen formbar, nur der aufwand variiert. die selbstverständlichkeit einer historischen dynamik (oder nichtdynamik, jedenfalls verschiebung) scheint abhandengekommen - oder: nie dagewesen sondern nur im nachhinein als solche begriffen worden sein. geht man von einem konkreten eingreifen in die welt ein, dann ist der mensch substanz. eine außergewöhnliche substanz, weil von zweierlei möglichkeiten: die, geformt zu werden; und die, sich selbst zu formen.
die eigentümlichkeit der welt als schlichtweg existierendes ding erzeugt wiederum die eigentümlichkeit des menschen, die da wäre erstens: dass er ein antizipierend reflektierendes wesen ist, weswegen er zweitens: das sein hinterfragen muss, woraus sich drittens ergibt: die kritik am bestehenden.
a. camus, in seinen tagebüchern, september '39
"Es ist bestürzend zu sehen, wie leicht bei gewissen Menschen die Würde zusammenbricht. Bei näherem Nachdenken ist das nicht überraschend, wird doch in ihnen diese Ehre einzig durch die unablässige Vergewaltigung ihrer eigenen Natur aufrechterhalten."
jeglicher emanzipatorische prozess, in der historie des menschen, war zivilisation, war die überwindung der eigenen natur.
windschief - 28. Juni, 05:27